Wer beim Weinverkosten einige Regeln beachtet, wird rasch ein sicheres Gespür für seine persönlichen Lieblingsweinsorten entwickeln und ohne Mühe gute von schlechten Weinen unterscheiden können.
Zunächst einmal sollte das mit nur wenigen Schlucken gefüllte Weinglas am Stil angefasst und angehoben werden. Dann lässt man den Wein einige Male sanft im Glas kreisen. Erst wenn Bewegung in den Wein kommt, kann er seinen vollen Geschmack entfalten, denn er wird dabei zusätzlich mit Sauerstoff angereichert.
Ein ruhiges Inhalieren des Weinaromas gibt einen ersten Aufschluss über die Gaumenfreuden, die zu erwarten sind – außerdem lässt sich so feststellen, ob der Wein korkig oder etwa zu bitter, zu sauer oder gar muffig riecht. Letzteres sind Indizien für einen mangelhaften Wein.
Der erste, kleine Schluck passiert Zunge und Gaumen nur langsam, denn Wein lässt sich nicht schnell und hektisch kosten. Stattdessen wird der Wein einen kurzen Moment im Mund gelassen und dann „gekaut“, so dass er in Kontakt mit allen Zungenpartien gelangt. Das mag Wein-Neulingen komisch vorkommen, ist aber unter Kennern völlig normal.
Ist das Verhältnis von Säure und Süße ausgeglichen, wird sich der Wein ausgewogen und harmonisch anfühlen und zudem einen angenehmen Nachgeschmack hinterlassen – Kenner sprechen dabei vom „Abgang“. Bei Weinproben darf der Wein nach dem Kosten auch ausgespuckt werden; dazu stehen in der Regel spezielle Gläser bereit. Im Restaurant kann der Kunde nach dem Kosten den Wein auch ablehnen, selbst wenn er speziell für ihn geöffnet wurde.
|