Tempranillo gehört bei Oz Clarke in die erste Rubrik "Saftig-fruchtige Rotweine", die er in seiner kleinen Weinschule vorstellt. Tempranillo ist die mehrheitlich verwendete Rebsorte für spanische Rotweine, zum Beispiel für Weine aus Valdepenas, La Mancha und Somontano, aber auch für die beliebten Rioja-Weine. Selbst in den vielleicht besten spanischen Weinen - den Ribera del Dueros - wird sie verwendet, liefert hier jedoch häufig auch Aromen und Geschmack von Schwarzer Johannisbeere.
So gesehen wird Tempranillo häufig auch als das "spanische Mädchen für alles" bezeichnet. In den Beschreibungen finden sich Geschmacksmerkmale von Erdbeeren, über Pflaume und Brombeeren über Gewürze - häufig genau auch beeinflusst durch den Eichenfass-Ausbau (siehe Reserva, Gran Reserva).
In Nordportugal heißt die Traube übrigens Tinta Roriz und eine bedeutende Sorte für den dortigen Portwein. Überhaupt fällt jedem auf, der ein wenig zum Tempranillo recherchiert, dass es für diese Rebsorte eine Fülle von Namen gibt, je nach Land und Vorgeschichte: Cencibel, Tinto del Pais, Tinto del Toro, Tinto Fino, Tinto de Madrid, Tinto Roriz, Aragonet u.v.a.m.
Entsprechend bekommt man schmackhafte Weine aus dieser Rebsorte aus vielen Regionen: Kalifornien, Südfrankreich, Portugal - wenngleich Spanien sicher der größte Produzent von Weinen dieser Art und Sorte ist.
Für den durchschnittlichen Weintrinker und "Durchschnittsbürger", der kräftige, trockene Rotweine mag, ist Tempranillo ein guter Freund. Die Tempranillo-basierten Weine aus Rioja, La Mancha und Valdepenas sind fast jedem Supermarkt und Discounter erhältich - bei Lidl, Aldi, Plus & Co markieren mit Preisen um 3-4 EUR pro Flasche meist schon das obere Preissegment - und liefern (für den Durchschnittsweintrinker) wirklich gute Qualität, guten Geschmack zu einem sehr vernünftigen Preis. - Markenzeichen solcher Weine ist in den o.g. Supermärkten, aber auch anderen Weinhandlungen meist ein goldenes Netz um die Flasche, besonders bei den in Eiche ausgebauten Gran Reserva-Exemplaren.
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