Barbera ist eine rote Rebsorte, die besonders im italienischen Piemont angebaut wird - darüber hinaus auch in der Lombardei, im kalifornischen Central Valley und in den argentinischen Provinzen Mendoza und San Juan.
Bei Oz Clarke wird Barbera im Rotwein-Aromarad im Bereich "Rote Früchte, Kräuter/Gewürze" eingeordnet - auf mittlerem Radius. Damit betrachtet Oz Barbera als Rebsorte, die eher durchschnittliche, relativ leichte und einfache Weine ergibt. Und in der Tat: einen besonders hohen Ruf hat Barbera nicht. Glaubt man verschiedenen Quellen, liegt das v.a. daran, dass Trauben und Wein dieser Rebsorte in den achtziger Jahren eher auf Masse und Niedrigpreis produziert wurden. Diente Barbera damals als Rebe für billige und einfache Rotweine, hat man sich in Italien inzwischen besonnen und in den letzten Jahren die Erntemengen reduziert und die Qualität erhöht.
Vom Stil lässt sich Barbera in die Kategorie der mundwässernden, mild-säuerlichen Weine einordnen - dem "typischen Typ" aus Italien. Oz schreibt von "rauer Säuerlichkeit", die sich gegenüber kräftigen Speisen durchsetzen kann, und einer "unwiderstehlichen Sauerkirsch-Kante", die sich in vielen italienischen Weinen findet - Dolcetto, Sangiovese können solche Beispiele liefern.
Weitere Beschreibungen bezeichnen Barbera als hochwertige, charaktervolle Traube - wenngleich auch ohne besonders berühmte Beispiele und Vertreter. Von "säuerlich-krautigem Biss", "mild und gleichzeitig säuerlich" und "scharf, herb und säurebetont, jedoch arm an schleimhautunfreundlichen Tannin" ist die Rede, wenn es um Barbera geht.
Doch der Ruf der Barbera-Rebe ist unterschiedlich, je nachdem, wen man befragt oder beliest. Susy Atkins - die beliebte Weindame aus UK - fasst Barbera gleich mit der Dolcetto-Rebe zusammen und schreibt in ihrem "International Wine Guide" über die beiden Rebsorten: "... which live in the shadow of the more famous local grape Nebbiolo ... they are well worth seeking out. Both provide better-than-average, highly food-friendly wine and rarely disappoint" - So weit zu unterschiedlichen Meinungen; je nachdem, welche Website, welches Buch oder welchen "Weinkenner" Sie befragen... - Später heißt es, Dolcetto und Barbera wären zwei "must-haves from Italy". Etwas übertrieben? Immerhin ordnet Susy die Barbera-Weine in die Kategorie "Medium-bodied, soft reds" ein - eine Rubrik, die - wie ich finde - ganz gut passt.
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