Wer sich bei Burgunder auskennt, hat sich schon eine Weile mit der Weinregion Burgund auseinandergesetzt: kaum eine (französische) Wein-Region hat ein so kompliziertes Klassifikationssystem wie Burgund.
Auf der einen Seite gibt es die klassischen Appellations - die Herkunftsbezeichnungen - wie Bourgogne Rouge. Diese umfassen das ganze Gebiet Burgund. Daneben gibt es regionale Appellationen, z.B. Chablis, der häufig auch zu Austern angeboten wird. Hier handelt es sich jeweils um ein Teilgebiet Burgunds. Daneben existieren auch noch so genannte Gemeindeweine, z.B. Mersault.
Besonders gute Weine - die Premier cru - werden zusammen mit dem Gemeindenamen ausgewiesen und der Lage, die den Wein so besonders macht. Üblich ist das bei französischen Weinen ja generell, dass dem Terroir - d.h. dem Grund und Boden, von dem der Wein kommt - eine höhere Bedeutung zugemessen wird als der verwendeten Rebsorte. Bei Weinen aus der Neuen Welt (Amerika, Australien, Neuseeland, Südafrika) ist das fast immer andersherum.
Ganz besondere Weine - die Grands crus - werden mit dem Weinberg etikettiert, der für den besonderen Weingenuss in der Grundlage verantwortlich zeichnet.
Burgunder-Weine können sehr unterschiedlich sein, was u.a. dadurch kommt, dass die Region sehr verschiedene geologische Charakteristika aufweist. So können selbst Weine aus aneinandergrenzenden Teilgebieten bereits sehr unterschiedlich sein.
Fiona Sims schreibt in ihrem Buch "Wein entdecken und geniessen", wie sehr rote Burgunder vor allem in der Frucht variieren können. Von leichter, roter Johannisbeere in Santenay bis zu kräftiger, voller Brombeere in Gevrey-Chambertin.
Relativ berühmt sind auch die weißen Spitzen-Burgunder. Ihnen wird eine beachtliche Struktur zugeschrieben, üppig voll beim Mersault und einem Aroma, das an Feuersteine erinnern soll. Chablis, der Wein aus dem Norden Burgunds, wird häufig als "stahlig" beschrieben.
Als Kernregion Burgunds kann die Côte d'Or zwischen Dijon und Santenay beschrieben werden. Aus dem dort gelegenen Beaune und den umliegenden Dörfern kommen, so sagt man, angeblich die besten roten und weißen Burgunder. Im Süden geht es weiter mit der Côte Chalonnaise und dem Mâconnais; Weine von hier sind tendenziell weicher und gefälliger.
Inzwischen werden viele Weine wieder von den Winzern selbst abgefüllt - die so genannte Erzeugerabfüllung. Früher hatten im Burgund - wie auch in anderen Regionen Frankreichs - die "négociants", die Händler das Sagen. Das lag primär daran, dass sich die Weingebiete bzw. Einzellagen von verschiedenen Besitzern geteilt wurden.
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